Valle delle Ferriere: kleiner Guide zum Wasserfallweg ab Agerola
Die Valle delle Ferriere (Tal der Eisenhütten) ist ein Naturschutzgebiet hinter Amalfi, berühmt für seine Wasserfälle, den feuchten Wald und einen äußerst seltenen Farn, der hier schon vor der Eiszeit wuchs. Von Agerola aus erreichst du es zu Fuß: Die klassische Route beginnt in San Lazzaro, führt hinunter nach Pogerola und ins Tal und endet in Amalfi, in etwa 4–5 Stunden. Die Tour ist anspruchsvoller als der Pfad der Götter, aber ganz anders: statt steiler Klippen über dem Meer Schatten, Wasser und Grün.
Ich bin Sebastiano, lebe in Agerola und führe das B&B Costa Blu. Wenn Gäste mich fragen „Und was machen wir nach dem Pfad der Götter?“, empfehle ich als Erstes die Valle delle Ferriere.
Die Valle delle Ferriere auf einen Blick
- Start ab Agerola: San Lazzaro (Hauptplatz)
- Ziel: Amalfi
- Länge: etwa 12–13 km von San Lazzaro nach Amalfi
- Gehzeit: 4–5 Stunden ohne Pausen
- Höhenunterschied: überwiegend bergab, von etwa 650 m bis auf Meereshöhe
- Schwierigkeit: für erfahrene Wanderer (EE) auf der ganzen Strecke; einige Abschnitte an den Bächen sind rutschig
- Wasser: Brunnen in San Lazzaro, Pogerola und Amalfi
Warum es sich lohnt
- Die Wasserfälle. Im oberen Tal bildet der Bach Canneto kleine Wasserfälle, die im Sommer herrlich kühl sind.
- Der Urzeitfarn. Hier wächst Woodwardia radicans, ein Riesenfarn, der dank des feuchten Mikroklimas die Eiszeit überlebt hat. Er steht unter Schutz: anschauen, nicht anfassen.
- Die Geschichte. Der Name stammt von den alten Eisenhütten, und auf dem Weg nach Amalfi kommst du an den Ruinen der Papiermühlen vorbei, in denen das berühmte Amalfi-Papier hergestellt wurde.
- Der Kontrast. Nach der Sonne auf dem Pfad der Götter läufst du hier fast immer im Schatten.
Die Route ab Agerola
Von San Lazzaro Richtung Pogerola. Der Weg verlässt San Lazzaro und führt auf der Amalfi-Seite hinunter, mit Blick auf die Küste. San Lazzaro ist einer der Ortsteile von Agerola, wenige Kilometer von Bomerano entfernt.
Im Tal. Nach Pogerola betrittst du das Schutzgebiet: dichter Wald, Moos an den Mauern, das Rauschen des Wassers. Der schönste Abschnitt – und der, auf dem du am meisten aufpassen musst, weil Steine und Wurzeln oft nass sind.
Abstieg nach Amalfi. Durch die Valle dei Mulini (Tal der Mühlen) geht es vorbei an den Ruinen der alten Papiermühlen bis ins Zentrum von Amalfi, wo du zum Abschluss das Papiermuseum besuchen kannst.
Rückweg. Von Amalfi fährst du mit dem SITA-Bus zurück nach Agerola.
Eine kürzere Variante
Wenn dir die ganze Strecke zu viel ist, kannst du nur den schönsten Teil des Tals besuchen und in Pontone starten (Ortsteil von Scala, oberhalb von Amalfi): eine Runde von etwa 6 km und 3–4 Stunden, leichter und mit wenig Anstieg. Nach Pontone kommst du mit dem Bus ab Amalfi.
Wann du gehen solltest
- Frühling: die beste Zeit, mit vollen Wasserfällen und sattgrünem Wald.
- Sommer: toll wegen der Kühle im Tal, aber der letzte Abstieg nach Amalfi ist heiß und voll.
- Herbst: wunderschön, aber nach Regen ist der Weg rutschiger.
- Winter: an trockenen Tagen möglich; starte früh, weil es früh dunkel wird.
Achtung: Einige Abschnitte des Schutzgebiets, besonders der Bereich der oberen Wasserfälle, können wegen Erdrutschen oder Arbeiten gesperrt sein. Informiere dich immer vor dem Start.
Was du mitnehmen solltest
- Wanderschuhe mit Sohlen, die auf nassem Untergrund greifen (hier entscheidend)
- Wasser und einen Snack
- Eine leichte Jacke: Im Tal ist es kühler als im Ort
- Wanderstöcke, hilfreich beim langen Abstieg
- Bargeld für den Bus zurück
Fehler, die du vermeiden solltest
- Stadtschuhe. Nasse Steine und Moos verzeihen nichts.
- Den Weg verlassen, um näher an Farne oder Wasserfälle zu kommen. Du schadest einem empfindlichen Lebensraum und riskierst auszurutschen.
- Zu spät starten. Das Tal ist tief und das Licht verschwindet früher als an der Küste.
Häufige Fragen
Ist es schwieriger als der Pfad der Götter? Die ganze Strecke ab Agerola schon: Sie ist länger und hat rutschige Abschnitte. Die kurze Variante ab Pontone schafft dagegen jeder.
Kann man es mit Kindern machen? Die kurze Variante ab Pontone ja, mit Kindern, die gern laufen. Die ganze Strecke ab Agerola empfehle ich kleinen Kindern nicht.
Braucht man ein Ticket für das Schutzgebiet? Für den geschützten Bereich, den schönsten Teil des Tals, zahlt man meist einen kleinen Eintritt von wenigen Euro. Nimm ein paar Münzen mit.
Deine Basis für die Wege der Lattari-Berge
Agerola ist der ideale Ausgangspunkt für die schönsten Wanderungen der Amalfiküste: den Pfad der Götter, die Valle delle Ferriere, den Fiordo di Furore. Im Costa Blu im Zentrum von Bomerano erwarten dich Zimmer mit eigenem Bad, ein Frühstück, mit dem du voller Energie startest, und alle meine Tipps zu den Wegen.
«Die zentrale Lage, 5 min vom Wanderweg “Pfad der Götter” entfernt… Großzügiges Zimmer, sehr sauber, Balkon.» — Tina, Deutschland, Mai 2026
Informationen geprüft am 31.10.2026. Wege und Zugänge können sich ändern: Informiere dich immer vor dem Start.
